Startseite | Sport | Startblock-Einweihung mit Zukunfts-Diskussion
Startblock-Einweihung mit Zukunfts-Diskussion Drucken
Geschrieben von: Frank Schumann   
Sonntag, den 21. Februar 2010 um 00:00 Uhr

Vereine in Sorge: Angesichts geplanter Bäder-Privatisierung muss sich Oberbürgermeisterin rechtfertigen

HALLE. Auf den ersten Blick verwundert der neue Hightech-Startblock in der Halle-Neustädter Schwimmhalle schon – mit der Nummer „2“ auf der dritten Bahn. Das symbolische Ziel für künftige sportliche Herausforderungen von Paul Biedermann kann das ja wohl nicht sein?!


Nein, dahinter steckt vielmehr die Vergangenheit – als der Doppelweltmeister und Weltrekordler noch in der inzwischen geschlossenen Robert-Koch-Schwimmhalle stets auf dieser Bahn seine Trainingsrunden absolvierte. Dort lagerte bislang auch das gut 2.000 Euro teure, von einem Fan gesponserte Gerät – und wartete vier Monate lang auf seinen Einsatz.
Inzwischen trainieren Paul Biedermann und seine Vereinskollegen in Neustadt. Mit dem Hightech-Startblock aus Fieberglas hat dort jetzt ein neues technisches Zeitalter Einzug gehalten. Gut zwei Zehntel Sekunden soll der neue swingende Absprungturm bringen, so Biedermann am Donnerstag bei der Einweihung. Das war nicht seine erste Bekanntschaft. Bei Wettkämpfen ist er natürlich schon von diesem Startblock aus ins Wasser eingetaucht. Die Wettkampftaufe erlebte das neuzeitliche Gerät übrigens vor knapp zwei Jahren bei Olympia (Peking). Doch da liegt eben das Problem, erklärte Trainer Frank Embacher. Wie soll sein Schützling und auch die anderen Schwimmer des SV Halle die Möglichkeiten der neuen Startblockgeneration nutzen können, wenn sie ihre Starts nur von den alten, nicht federnden Blöcken trainieren können?!
Es geht aber nicht nur um die Federung. Der Fiberglas-Startblock soll die Sportler im gesamten Startverhalten unterstützen: „Durch das Versetzen des hinteren Absprungpunktes ist eine optimale Anpassung an die Beinstellung möglich. Somit verlagert sich der Druckpunkt des Absprungs nach hinten. Ein kraftvoller Absprung und eine schnellere und flachere Tauchphase sind das Ergebnis.“
Während Paul Biedermann den Journalisten die neue Technik erklärte und für die Fotografen gleich mehrfach ins Neustädter Wasser hechtete, diskutierte der Trainer mit Oberbürgermeisterin Dagmar Szabados und Vereinschef Christoph Bergner über mögliche Konsequenzen, wenn die Bäder demnächst aus städtischer Zuständigkeit unter das Dach von Halles Stadtwerke übergehen sollen. In den Ausschüssen ist das Thema bereits durch, und am kommenden Mittwoch, 24. Februar, dürfte Halles Stadtrat abschließend – in nichtöffentlicher Sitzung – den Weg dazu ebnen.
Auch wenn Szabados und Embacher die Problematik weitgehend sachlich diskutierten, konnte die OB die Trainerbefürchtung von einer erheblichen finanziellen Mehrbelastung der Vereine nicht entkräften.
Während aber Frank Embacher insbesondere für die Schwimmer gesprochen hat, potenziert sich das Problem für Christoph Bergner noch, da jetzt auch die Wasserballer des SV Halle um ihre Existenz bangen.
 

 


 

 

Anzeigen

Benutzerdefinierte Suche